Am frühen Sonntagmorgen um kurz nach 3 Uhr gelang es Atomkraftgegnern erneut, den Zug mit den Castor-Behältern zu einem ungeplanten Stopp zu zwingen. Zunächst war es Demonstranten geglückt, eine Sitzblockade auf den Gleisen bei Altmorschen in Hessen (südlich von Kassel) zu errichten. Dabei handelte es sich offenbar um ein gezieltes Ablenkungsmanöver. Zeitgleich nämlich seilten sich zwei Atomkraftgegner in einer waghalsigen Aktion von der rund 75 Meter hohen Fuldatalbrücke ab. Die ICE-Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg führt hier über die Fuldatalbrücke - darunter verläuft, parallel zur Fulda und zur B 83, die Bahnstrecke Kassel-Bebra. Und über diese Strecke sollte der Castor-Zug Richtung Kassel weiterfahren. Die beiden Castor-Gegner hingen unmittelbar über der Bahnstrecke Kassel-Bebra und hatten ein großes Transparent zwischen sich gespannt mit der Aufschrift "Castor stoppen". Die Polizei rückte mit einem großen Kräfteaufgebot an, um Sitzblockade und Abseilaktion aufzulösen und den
Weg für den Castor-Transport wieder frei zu machen. Die Einsatzkräfte mussten zunächst den Strom der Oberleitungen abschalten. Etwa gegen 5.20 Uhr fuhr der Castor-Zug dann langsam und vorsichtig unter den beiden von der Brücke baumelnden Demonstranten hindurch. Diese bewarfen die Castorbehälter mit bunten so genannten Knicklichtern. Der Castor-Transport setzte seinen Weg dann Richtung Kassel fort. Nach Angaben eines Bundespolizeisprechers (s. Interview) müssen die Demonstranten mit einem Verfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr rechnen.
Wir haben die Bilder und O-Töne:
- Demonstranten hängen über den Bahnschienen - behängt mit Knicklichtern - Transparent mit Aufschrift "Castor stoppen" hängt zwischen den Demonstranten
- Erste Polizisten treffen ein - Polizist telefoniert - Polizisten leuchten mit Taschenlampen nach oben, versuchen Demonstranten anzusprechen
- Viele Einsatzfahrzeuge vor Ort - Straße gesperrt
- Castor-Zug steht vor der Brücke - Castor-Zug rollt langsam unter den Demonstranten hindurch - Demonstranten bewerfen den Zug mit Knicklichtern
- Einsatzkräfte im Zug, schauen aus Fenster
- Schwenk von der rund 75 Meter hohen Brücke auf Demonstranten
- O-Ton von Peter Dittel, Sprecher Bundespolizei - sinngemäß: ... Demonstranten haben sich von Brücke hinabgeseilt ... hängen über Oberleitung ... sehr gefährlich ... mussten Oberleitung abschalten ... haben Transport dennoch unter Demonstranten durchfahren lassen ... Straftatbereich ... schwerer Eingriff in den Schienenverkehr ...

